Von 16. bis 18.02.2018 sind wir, eine Gruppe von acht Skitourengehern, zusammen mit Axel Rimanek (Ausbildungsleiter) auf der Pforzheimer Hütte gewesen um uns intensiv mit allen Fassetten der Lawinengefahr und der Planung von Touren im Winter zu beschäftigen. Schon am Mittwochabend der vorigen Woche, haben wir uns in der Geschäftsstelle getroffen und begonnen die Theorie der Materie zu betrachten. Von verschiedenen Schneeformen über deren Umwandlung bis hin zur Bildung unterschiedlicher Schichten in der Schneedecke, haben wir uns ausführlich mit dem „weißen Gold“ beschäftigt. Auch die Planung, zu der wir Landkarten und die Snowcard verwendet haben, kam in der Vorbereitung nicht zu kurz. Am Freitagabend haben wir, während dem Aufstieg zur Pforzheimer Hütte, schon die ersten erlernten Kenntnisse in die Praxis umgesetzt. So wurde auf dem Weg zum lange ersehnten Abendessen auf der Hütte noch des Öfteren das Lawinen“Mantra“ durchgesprochen, was laut Axel eines der wichtigsten Werkzeuge auf dem Weg zu einer sicheren Tour im Schnee ist. Nach dem äußerst nahrhaften und leckeren Essen, wurde die Tour für Samstag ausgiebig diskutiert und dabei sehr darauf geachtet, unnötige Risiken schon in der Planung zu identifizieren und auszuschließen. Samstag früh ist die äußerst motivierte Gruppe dann bei Kaiserwetter und jungfräulichem Pulverschnee zu der besprochenen Skitour gestartet. Mit dem Wissen, dass die Lawinengefahr doch erheblich war, wurden alle Zeichen, die das Gelände und die Witterung geboten haben durch die Teilnehmer erfasst und gemeinsam analysiert. Die Gruppe wurde abwechselnd von den Teilnehmern durch die wundervolle Berglandschaft des Sellrain geführt. Auf Grund der angespannten Bedingungen wurde vor der Begehung einer etwas steileren Passage ein Schneeprofil gegraben um weiteres Wissen über den Aufbau der Schneedecke zu erhalten. Später, als der Hang auf Grund seiner zunehmenden Neigung bei den vorgefundenen Bedingungen nicht weiter begehbar war, haben wir umgedreht und eine unverspurte Pulver Abfahrt genossen. Am Samstagabend gab es einen weiteren Theorieteil, bei dem die unterschiedlichen Lawinenprobleme nochmal ausführlich besprochen wurden. Anschließend wurde wie am Vorabend gemeinsam eine Tour für den Folgetag ausgesucht. Leider hat es das Wetter am Sonntag nicht so gut mit uns gemeint und es war den ganzen Tag über stark neblig. Da an Skibergsteigen bei dem Wetter nicht zu denken war, wurde der Tag genutzt um das Vorgehen bei Lawinenunglücken zu trainieren. Wir haben Verschüttungen und Mehrfachverschüttungen simuliert und während dessen viel über die Theorie und mögliches Fehlverhalten gesprochen. Die Trainingsbedingungen waren dank tiefem Schnee trotz Nebel ideal um das Gelände ausführlich zu sondieren und umzugraben. Am Ende fanden alle Teilnehmer, dass dieser Teil der Ausbildung ein perfekter Ersatz für eine Übungstour war. Das Wochenende war für die Gruppe mehr als gelungen und ich möchte mich im Namen aller bei Axel bedanken. (Jonas Knoll, München, 20.02.2018)