Am Freitag nachmittag machten wir uns zu viert auf den Weg in die Tannheimer. Ein Kletterwochenende stand auf dem Programm. Herbert und ich wollten schon lange mal wieder Alpinklettern. Umso dankbarer, dass Christoph und Petra gewillt waren, solche Anfänger wie uns in den Schlepptau zu nehmen und am Fels hochzuziehen.
Mit schwer bepackten Rucksäcken und Proviant für 2 Tage starteten wir gegen 19h in Nesselwängle und waren im Nuh an der Tannheimer Hütte. Dort gabs erstmal Brotzeit und unsere 2 Nachzügler trafen ein, sodass wir insgesamt zu sechst waren.
Für Samstag war eine Tour am Hochwieser geplant. FöVe 97 heißt die Route. Ein Blick ins Topo führte zu einer schlaflosen Nacht (zumindest für mich), stand dort doch was von V+…was für mich jenseites des Vorstellbaren lag. Ich bin zwar schon viel auf hohen Bergen rumgeturnt, auch ein paar hochalpine Grate waren da dabei, aber stets alles mit Bergschuhen und nie schwerer als 4-.
Um 7h am Samstag früh starteten wir mit Gurt und Helm und kleinem Proviant zum Einstieg am Fuß des Hochwiesler. Christoph hatte es recht eilig, da es tolles Wetter war und wir auf keinen Fall Seilschaften vor uns haben wollten. Los ging es dann schnell mit einer “entspannten” fünf…schwups war ich drüber. Hätte ich nie gedacht. Der Fels wars schön fest und es gab alle paar Meter einen Hacken, (zur Not mit Expresschlinge zum hochziehen:-)). Die weiteren Seillängen liefen gut. Man hätte nach SL6 entspannt nach links aussteigen können oder aber noch 2 SL dranhängen zum Direktausstieg. Dies war dann meine Horror- und Schlüsselstelle. Wie ein Kartoffelsack hing ich im Überhang, schimpfend wie ein Rohrspatz, schweißgebaded und total aufgelöst. Christoph zog, Herbert schob, der Rest feuerte an…irgendwann war ich rum ums Eck und entspannte mich neben Christoph am Standplatz. Herbert stellte sich nur wenig besser an, aber immerhin hörte man ihn nicht fluchen. Der Rest war dann vergleichsweise pippifax. Hätte ich am Abend vorher bereits die VI- im Topo gelesen hätte ich wohl noch weniger geschlafen. Da ich nichts davon ahnte ging es dann wirklich gut. Glücklich saßen wir dann zu 6t am Gipfel. Es war erst 11 Uhr und wir schmiedeten Pläne für den Nachmittag. Über den Ostgrat (II) ging es runter ins Gimpelkar und wir kletterten nochmal 2 SL am Gimpelvorbau. Auch nett! Und schön!
Gegen 17h waren wir zurück an der Hütte und machten erstmal Brotzeit!
Nach langem Tag und müden Beinen und Armen fielen wir gegen halb 10 ins Bett.
Sonntag war wieder schön, wenn auch Gewitter gemeldet waren für den frühen Nachmittag. Daher ging es früh los. Die Gimpel Südwand, die wir ursprünglich geplant hatten, war zu lang so planten wir kurzfristig um und stiegen in die “Morgenstund” ein. 7 SL bis V+. Heut lief es schon deutlich besser als am Vortag. Nur eine Schlüsselstelle…und diese von Christoph freundlicherweise zum Klettersteig umfunkioniert.
Danach noch herrliche 3 Abseilfahrten. Sogar frei für ein paar Meter. Noch vor dem Gewitter waren wir an der Hütte, räumten zam und kamen trocken zu den Autos. 2 tolle Tage im Gebirge gingen zu Ende. Vielen Dank and Christoph fürs Führen, Motivieren und Ziehen. Und an den Rest der Truppe für die fantastischen lustigen Tage in luftigen Höhen. Auf ein Neues.
Bericht: aleibl