Nachdem die Tour im letzten Jahr in der zweiten Septemberwoche aufgrund vorhergehenden Schneefalls nicht wie geplant durchgeführt werden konnte und das Birnhorn durch eine verkürzte Variante auf den Hochzint und zum Melkerloch ersetzt werden musste, sollte ein Tourenstart zwei Wochen früher dieses Jahr zum Gipfelglück verhelfen. Doch leider ließ sich auch dieses Mal das Wetter nicht so leicht austricksen wie gewünscht. Wieder sollte uns starker Schneefall in der vorangegangen Nacht einen Strich durch die Rechnung machen. Bereits einige Höhenmeter vor der Passauer Hütte kamen wir mit dem ersten Weiß in Berührung. Zwar hatten wir Grödel und Leichtsteigeisen im Gepäck, unsere Zuversicht schwand aufgrund des bereits in niedrigen Höhen liegengebliebenen Schnees jedoch. Zusammen mit einer Gruppe von drei Tschechen genossen wir als sonst einzige Gäste der Hütte unser Abendessen und tauschten uns mit dem Wirt aus, der Teilzeitbürgermeister der Gemeinde Schneizlreuth ist und kurz zuvor ein Seminar besuchte, in dem er lernte, wie der „urbane“ Berggänger tickt und wie man mit ihm umzugehen hätte. Sehr zu unserer Belustigung. Am nächsten Morgen, von strahlendem Sonnenschein geweckt, beschlossen wir uns über den zwar nördlichen, jedoch kommoder verlaufenden „Normalweg“ über den Kuchelnieder heranzutasten. Da teilweise die Wegmarkierungen vom Schnee bedeckt waren dauerte der Anstieg etwas länger als gewünscht. Am Kuchelnieder angekommen stellten wir zu unserer Freude fest, dass der Schnee einen sicheren und festen Tritt bot und die Drahtseilversicherungen eisfrei waren. Somit konnten wir problemlos wider den Erwartungen das Birnhorn erreichen und durften bei bestem Wetter und klarster Sicht eine einstündige, nahezu windstille Belohnungspause knapp unterhalb des Gipfels genießen. Nach ausgiebiger Mittagsrast auf der Passauer Hütte sollte nach dreimaligem Auf-oder Abstieg (dieses und letztes Jahr) südseitig der Leoganger Steinberge dieses Mal der nördliche Abstieg nach Weißbach gewählt werden. Bis auf die letzten Meter, die über Forststraße absolviert werden müssen, ist dies auch ein sehr lohnender. In Weißbach angekommen erwischten wir den letzten Bus nach Saalfelden, hatten hier jedoch keinen öffentlichen Anschluss nach Leogang mehr und machten die letzten Kilometer mit dem Taxi.