An einem wunderbar warmen, wolkenlosen Sommerabend fand die inzwischen fünfte Feierabendtour auf den Breitenstein statt, diesmal zu dritt. Startpunkt war der Wanderparkplatz in Birkenstein und nach einem kurzen Einlaufen auf dem Forstweg nahmen wir den nicht ausgeschilderten Abzweig übers Breitensteinfensterl. Wenn man den Abzweig kennt oder dank GPS-Unterstützung findet, ist der Weg zwar einerseits durchaus erkenntlich, andererseits führen diverse Trittspuren und Steiglein durch den Wald, so dass es im Zweifelsfall nicht schadet mit elektronischer Unterstützung unterwegs zu sein. Es geht relativ stetig steil bergauf, und nach ca. 500Hm erreicht man das Fernsterl, ein in kurzer Kletterei zu erklimmendes Felstor, durch das man einen herrlichen Blick auf das Leitzachtal, die Voralpen und das Flachland hat.

Nachdem wir schon etwas spät dran waren, ließen wir das Fensterl diesmal jedoch unbestiegen liegen und nahmen die letzten 300Hm in orange-rosa Sonnenuntergangsstimmung in Angriff. Kurz vor dem Breitensteingipfel liegt noch der Bocksteingipfel am Weg, und so war die Sonne zwar schon untergegangen, aber die farbenprächtige Sonnenuntergangsstimmung reichte für beide Gipfel und das Gipfelbier.

Der Abstieg über den breiten Wanderweg und die Forststraße ist mit Stirnlampen auch bei völliger Dunkelheit absolut unproblematisch und sogar dieser eher unspektakuläre Teil der Tour wurde durch Mond und die gut sichtbaren Sterne, einschließlich Milchstraße, zu einem schönen Erlebnis.

Auf der gesamten Tour trafen wir außer einem Mountainbiker keine Menschenseele an, dafür aber ein paar Rehe und Gämsen. Eine Parade-Feierabendtour also, auch wenn man um diese Jahreszeit idealerweise noch etwas früher starten oder schneller unterwegs sein sollte, wenn man die Sonne noch am Gipfel erwischen will. Nur hätte das die Tour in unserem kaum wesentlich schöner machen können, wie man auf den Fotos vielleicht erkennen kann.

Wer die Tour mal nachgehen will, kann sich selbst eine Strecke basteln oder diesem Track folgen:
https://www.gpsies.com/map.do?fileId=xdutvakpdwvhjjus&authkey=466C688F3AEC4216E98F0D75324DDCE6A38C9FE8D18AA942

Die Wettervorhersage war wieder mal nicht die beste, lokale Schauer und Gewitter, und so war die Feierabendtour auf den Herzogstand dann auch höchst interessant. Vom Parkplatz der Herzogstandbahn starteten wir zu fünft Richtung Herzogstandhaus. Immer wieder öffnen sich auf dieser Strecke dabei schöne Blicke zum Walchensee und den dahinter liegenden Bergen, und die durchaus vorhandenen Regen- und Gewitterwolken sorgten zusätzlich für eine eindrucksvolle Stimmung. Nassgeschwitzt aufgrund der schwülfeuchten Sommerluft wurde die Stimmung dann gleich noch viel eindrucksvoller, als sich am Herzogstandhaus angekommen die gewaltige Gewitterwolke über dem Herzogstand in ihrer vollen Pracht zeigte.

Also wurde das Gipfelbier zu einem Parkplatzbier umdeklariert, die Beinchen unter die Arme genommen und dem zügigen Aufstieg folgte ein noch zügigerer Abstieg. Schon kurz nach der Umkehr spülte ein sinnflutartiger Regenguss jegliches Salzkorn des Aufstiegs von uns. Das Gewitter war erfreulicherweise zwar nicht allzu fern, aber auch nicht direkt über uns, und bis zum Parkplatz hatte der Regen schon längst wieder aufgehört, so dass wir fröhlich durchfeuchtet schließlich doch noch das hinauf und hinab getragene Gipfelbier genießen konnten.

Ganz wie erhofft war die dritte Feierabendtour von strahlendem Sonnenschein und angenehmsten Temperaturen begleitet. Ein feiner Abendkurztrip raus aus der Stadt, mit etwas erhöhtem Puls vom Spitzingsattel über den Ostgrat in einer knappen Stunde zum Gipfel des Brecherspitz. Trotz zügigem Vorankommen blieb uns fünf genug Luft sich kennenzulernen, auszutauschen und die grandios beschienene Aussicht zu kommentieren.

Nach genossenem Gipfelbier und Verzehr der übrigen mitgebrachten Vorräte, diesmal aufgrund der idealen Feierabendtourbedingungen ganz ohne Eile, ging es über den Westgrat hinab in Richtung der oberen Firstalm, um dann gemütlich über den Forstweg zurück zum Auto zu spazieren. Momentan sind die Tage noch lang genug, so dass die Stirnlampen auf dem einfachen Abstiegsweg diesmal im Rucksack bleiben konnten.

Der Ost- und Westgrat des Brecherspitz sind etwas ausgesetzter als die üblichen Feierabendtouren. Der Ostgrat ist kein offiziell ausgewiesener Weg, aber aufgrund seiner häufigen Begehung wohl kaum zu verfehlen. Wer sich damit wohlfühlt in etwas steilerem Gelände unterwegs zu sein und auch mal kurz die Hände einzusetzen, kann also beispielsweise unserer schönen Runde folgen, die sich hier findet.