© Christian Hornreich

Versuch einer Skidurchquerung im Sellrain...

von Christian Hornreich

02.02.2026

Geplant war eine Durchquerung von Grinzens über die Kemater Alm zur Potsdamer Hütte und weiter nach Juifenau. Aber es kam anders. Am Freitag mit dem Zug nach Innsbruck und von dort mit dem Bus in einer halben Stunde nach Grinzens. Der Bus fährt unter der Woche im 15-Minuten-Takt und am WE im 30-Minuten-Takt.  Das schafft nicht mal die MVG.

Von Grinzens auf der gut mit Schnee bedeckten Rodelbahn taleinwärts bis fast zur Kemater Alm. Ab ca. 1500m rechts ab und über eine Forsstrasse und Lichtungen zur Salfainsalm. Über die offene Lichtung weiter bis zum Gipfel des Salfains. Der Gipfel bietet einen schönen Rundumblick ins Fotscher- und Senderstals und natürlich weit in alle Richtungen des Inntals. Von Grinzens sind es gute 1000 Höhenmeter.

Nun zum Schnee: dank der letzten Schneefälle hat es wieder einen, jedoch ist der Untergrund ziemlich weich und löchrig wechselhaft. Die Abfahrt gestaltete sich dementsprechend interessant, war aber machbar. Zurück auf der Rodelbahn noch mal 200 Höhenmeter zur gutbewirtschafteten Kemater Alm. Hier war der Dreier des Lawinenlageberichts kein Problem, zumal es im Wald nur Stufe zwei hatte.

Nachdem die Lawinenlage oberhalb der Waldgrenze mit erheblich ausgegeben wurd, war die Überschreitung des Angerbergkopfs zur Potsdamer Hütte recht spannend. Am Freitag hatte es schon eine Gruppe versucht und ist wieder umgekehrt. Wir versuchten es trotzdem und sind auf ca. 2200m auch umgedreht, nachdem die Schneedecke massive Wummgeräusche von sich gegeben hat und die Schneedecke nach jedem Schritt rundum Risse bildete. Leider hat sich hier das massive Altschneeproblem für die Gegend bewahrheitet. Die Schneedecke ist oft grundlos, was das steinige und mit Almrausch durchsetzte Gelände begünstigt. Im unteren, flachen Bereich des Angerbergkopfs hatte es dennoch gut fahrbaren Pulver, den wir dann noch zweimal genossen haben, ehe wir wieder zurück zur Kemater Alm fuhren und unseren Durchquerungsversuch abgebrochen haben.

Über die Rodelbahn ging es dann rasant zurück nach Grinzens und im mit Tourengehern und Freeridern gutbesetzten Bus zurück nach Innsbruck. Entspannt brachte uns die ÖBB nach Kufstein, wo wir leider wieder auf die die nicht ganz so entspannte BRB umsteigen mussten. Wir kamen dann aber doch noch recht gut in München an.

Vielleicht müssen wir die Durchquerung bei mehr und besserem Schnee nochmal angehen. Es würde sich auf jeden Fall lohnen.